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Wir beginnen heute eine neue Reihe: Editing Criterion – der Versuch von mir, unser großes Aufgabenfeld in einfache Denkanstöße zu untergliedern.
Wir starten mit “Never Update”:

Es ist nie eine gute Idee, mitten in einem Projekt zu aktualisieren. Es ist weder eine neue Regel noch spezifisch für Premiere Pro gedacht. Bei jedem NLE mit dem ich jemals geschnitten habe, war dies immer ein Problem. Es wird wahrscheinlich auch immer das Thema eines Editors bleiben und als Problem auftauchen. Vor allem bei Premiere sorgt eine Aktualisierung der Projekte momentan immer für einen, meiner Meinung nach, unnötigen Ausschluss der älteren Versionen. Hoffen wir, dass Adobe das Problem der Projektaktualisierung bald dauerhaft lösen kann.

Wie gehen wir mit diesem Problem um?

Wenn es geht, beenden wir das Projekt in der Softwareversion, in der es erstellt wurde. Wir erstellen nur neue Projekte in der aktualisierten Software, sobald wir uns wirklich für ein Update entscheiden.

Aber wir sind nie "zwischen" Projekten....?

Es besteht immer die Möglichkeit ältere Projekte mit älteren Versionen zu finalisieren. Ich persönlich behalte für solche Fälle mehrere Versionen meines NLE installiert.

Warum ist das ein Problem?

NLE-Software ist sehr komplex. Da NLE-Software die komplexeste Art von Software ist, die auf Ihrem Computer läuft, ist sie auch anfällig für größere Änderungen im Softwarecode. Manchmal kann der ältere Code in der Projektdatei einer früheren Version mit den Änderungen im neuen Projektdateiformat in Konflikt geraten. Dies führt unter anderem zu unerwartetem Verhalten.
Hier taucht leider immer das Wort “Spaghetti code” auf. Je komplexer ein Projekt ist (Feature-, Doc-, Multicam-Projekte), desto wahrscheinlicher ist ein unerwartetes Verhalten (wie Absturz, Einfrieren, Speicherprobleme usw.), nachdem das Projektdateiformat aktualisiert wurde.
Projektaktualisierungen finden häufiger statt, und daher treten auch die mit der Aktualisierung einhergehenden Probleme häufiger auf:

“Das ist lächerlich, ich aktualisiere mein Premiere gerne auf das neueste Update, da die Software dann in der Regel schneller wird, aber im Fall von Premiere macht jedes Update die Dateien kaputt, verlangsamt sie, es wurden neue Funktionen aufgezwungen, wir sollten unsere Dateien auf ältere Versionen zurücksetzen und auf diese Weise das echte Problem umgehen. Das ist zum Verrücktwerden.”

-Anonym

Ich kann die Frustration von solchen Leuten verstehen. Die Frustration wird noch größer, wenn man feststellt, dass man einige der neuen Funktionen der veröffentlichten Software nicht vollständig nutzen kann. Man muss die Aktualisierung aufschieben, um die Sicherheit der Projektdatei zu gewährleisten. 

Zwischen zwei Projekten muss wegen einer neuen Funktion oder einer Fehlerbehebung alles aktualisiert werden. Was ist der sicherste Weg dies zu tun?

Ich würde dazu raten, ein ganz neues Projekt zu erstellen und das Projekt der vorherigen Version in das neue Projekt zu importieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass andere in der Community dasselbe tun. Dieser umfassende Schritt kann die Kluft zwischen dem alten und dem neuen Code überbrücken. Damit haben wir wahrscheinlich mehr Erfolg als mit einer einfachen Aktualisierung der Projektdatei, die die Datei beschädigen kann. 

Eine weitere Möglichkeit ist die Webseite:
http://downgrader.elements.tv/ 

Einfach das Projekt hochladen und es kommt praktisch unverändert wieder bei euch an. Der einzige Unterschied ist die Versionsnummer.
Natürlich sollte vor diesem Schritt immer eine Sicherungskopie durchgeführt werden damit man, falls etwas mit der Projektdatei schief geht, jederzeit zum Original zurückkehren und das Projekt in der Software der Vorgängerversion fertigstellen kann.

Es dauert einige Generationen bis eine stabile Version etabliert wird. Das ist momentan der Stand von fast allen NLE´s. Wir sollten lieber umsichtiger mit unseren Projekten sein, um Sicherheit zu gewährleisten, anstatt neuen Features hinterherzulaufen.

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